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„Das wird unsere gemeinsame Bewerbung“

///„Das wird unsere gemeinsame Bewerbung“

„Das wird unsere gemeinsame Bewerbung“

Debattentag: Ermunterung und breite Zustimmung zur Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas

„Ja, wir möchten uns bewerben!“ – Mit dieser klaren Position eröffnete Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig den Debattentag, zu dem die Stadt Chemnitz am vergangenen Mittwoch in den Kleinen Saal der Stadthalle eingeladen hatte.

Im Laufe der fast zweieinhalbstündigen Debatte bekamen die Initiatoren der Bewerbung viel Zuspruch zu ihrer Idee. Der Debattentag war ein Experiment, noch nie zuvor gab es in Chemnitz ein solches Format. Rund 280 Chemnitzerinnen und Chemnitzer waren der Einladung gefolgt.

Dabei haben die Chemnitzer zahlreiche Beispiele für den kulturellen Reichtum der Stadt genannt: die hiesige Industriekultur, das Industriemuseum, das TIETZ, die Spinnerei, das Filmfestival Schlingel, die Filmnächte am Theaterplatz, die Parkeisenbahn aber auch den Chemnitzer Sport und viele kleine Vereine und Initiativen.

Auch Erfahrungen aus ehemaligen Kulturhauptstädten wie im schottischen Glasgow oder dem ungarischen Pécs flossen in die Debatte ein. Die Städte haben durch eine umfassende Berichterstattung in den Medien an Bekanntheit gewonnen und sind selbstbewusster geworden. Solche, noch lange nachwirkenden Effekte erhofft sich das Publikum auch für Chemnitz.

Im Vergleich zu anderen Städten wie Dresden, Leipzig oder Innsbruck gäbe es in Chemnitz jede Menge Freiraum. Diese Räume mit Projekten zu beleben, sahen mehrere Wortgeber als große Chance. Verbunden war dies mit dem Wunsch, die Jugend und die Freie Szene mit ihren Ideen und Angeboten unbedingt im Konzept zu berücksichtigen.

Denn nicht zuletzt setze die Stadt auf den Zuzug junger Menschen. Christoph Thoma, österreichischer Kulturmanager und bis vor kurzem Antreiber einer möglichen Bewerbung der Vorarlberger Rheintalstädte, ermutigte die Stadt, sich auf den Weg einer Bewerbung zu machen. Um dabei erfolgreich zu sein, sei die europäische Dimension der Idee wichtig.

Schon der Prozess sei ein Gewinn, selbst wenn es nicht funktionieren sollte. Daher sei im Konzept ein »Plan B« von Bedeutung. Uwe Gaul, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, sicherte die Unterstützung aller sächsischen Bewerbungen zu und begrüßte die Idee, sich mit den Bewerbungen weltoffen zu präsentieren.

Eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas sei ein Bekenntnis zur europäischen Idee. Aber auch der kulturelle Diskurs, der mit den Bewerbungen entsteht, sei für Sachsen eine Chance.

Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke bot in einem schriftlichen Gruß Unterstützung und Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion an.

Die anwesenden Abgeordneten von Bundestag, Landtag und Stadtrat unterstützten zum Großteil die Idee. Eine überaus aktive Kulturszene, die große und starke Geschichte samt reicher Industriekultur und die Aussicht auf eine einmalige Chance, die Stadt zu entwickeln, waren häufig gehörte Argumente für eine selbstbewusste Bewerbung.

Dass „man sich mit der Bewerbung auch mächtig verheben könne“ war deshalb eine schnell parierte Einzelmeinung. „Es sollte UNSERE Bewerbung sein“, fasste Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig den Abend zusammen. „Je größer das Unser wird, desto größer ist die Chance, den Titel nach Chemnitz zu holen.“ Der Weg werde auch mit solchen Formaten wie dem Debattentag weitergehen.

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2017-08-09T14:59:54+00:00 11. Januar 2017|0 Kommentare

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