Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt wird sich Chemnitz verändern – durch kreative Interventionen im Stadtraum, durch Projekte und Ideen von regionalen und internationalen Künstlern, durch neue Orte der Begegnung und die Lust am Experiment. Zuletzt wurden 17 Flächen in Chemnitz diskutiert, für die in den nächsten Jahren mehr oder weniger starke Veränderungen wünschenswert wären. Aber was denken die Chemnitzerinnen und Chemnitzer darüber? Welche Ideen haben sie? Welche Projekte haben das Zeug zum Lieblingsthema? Wofür steht die Stadtgesellschaft?

Nach einem intensiven Workshop in der Hartmannfabrik am 27. Oktober und vier Wochen öffentlicher Diskussion sind bereits viele gute Ideen von Bürgerinnen und Bürgern zusammengetragen. Besonders das Thema „Stadt am Fluss“ beflügelte die Phantasie – schon während des Workshops und auch danach in zahlreichen Mails und Briefen: Vorgeschlagen wurde zum Beispiel ein Ponton mit Liegestühlen, leichter Gastronomie, einem Spielplatz am Ufer und Bademöglichkeit oder auch die Umgestaltung der Treppe am Seeberplatz mit Zugang zum Fluss. Aber auch die Schaffung von mehr Durchgängigkeit direkt am Fluss wie etwa am Weltecho war Thema genauso wie das Anstauen, um die Befahrbarkeit mit Kanus zu ermöglichen. Gastronomie und durchgängige Rad- und Fußwege entlang des Flusses wünschten sich gleich mehrere Chemnitzer, während andere konkrete Orte wie am Zusammenfluss von Würschnitz und Zwönitz oder an der Einmündung des Pleißenbachs in die Chemnitz ins Gespräch brachten. Auch Wohnmobilstellplätze direkt am Ufer und an anderen Stellen der Stadt waren ein toller Hinweis, um in Hinblick auf die Kulturhauptstadtbewerbung auch an die touristische Aufwertung der Stadt zu denken.

Ein weiteres Thema mit vielen Reaktionen war das Eisenbahnviadukt – die Vorschläge reichten von einer weithin sichtbaren Freiluft-Galerie, die von Kindern gestaltet wird und Persönlichkeiten der Stadt zeigt bis hin zu einem „überdachten“ Technikspielplatz, einer Minigolf-Anlage oder einem Bouleplatz unter der Brücke. Auch über einen Radweg auf dem Viadukt oder einen Aussichtspunkt vis-á-vis zum Uhrenturm von Schubert & Salzer wurde nachgedacht. Ebenso trieb das Sportforum viele Chemnitzer um: meist als Ort überregionaler Sporthighlights und auch als Freizeitsportpark auf heutigen Freiflächen. Darüber hinaus wurde für die Entwicklung des Elternhauses von Karl Schmidt Rottluff zum Veranstaltungsort schon mal die passende KSR-Buslinie erdacht, während für die vielen Industriebrachen der Stadt ganz unterschiedliche Nachnutzungsideen vom Hostel über alternative Klassenzimmer und flexible Veranstaltungshallen bis hin zum Mehrgenerationenwohnprojekt eingingen.

Aber auch unabhängig von den 17 bereits erdachten Projekt-Standorten wurden neue ins Gespräch gebracht: zum Beispiel die Entwicklung der Küchwaldbühne zur Kulturbühne der Stadt, die Freigabe der Kreisverkehre für kreative Gestaltungen, die Schaffung einer Kulturinsel am Hartweg, das Vorhaben „Apfel2000“ – und immer wieder war auch der Ausbau des Radwegenetzes entlang des Flusses, entlang alter Gleisanlagen, entlang spannender Industrie-, Kunst- und Naturrouten beliebtes Thema.

So zeichnet sich zunehmend ein konkretes Bild, wie sich die Chemnitzerinnen und Chemnitzer ihre Stadt gut vorstellen könnten. Eine perfekte Grundlage für die nächsten Planungsschritte, die wir im Januar vorstellen wollen.

 

 

0